Meisterliche Vorbilder

Landesliga … da simmer wieder!

Wir, die 1. Damenmannschaft der SGA-Handballfrauen, haben uns drei Spiele vor Saisonende den Meistertitel in der Bezirksliga Bodensee-Donau gesichert. Wir Mädels um Trainer Detlef Ritter sind auch nach 15 von 18 Spielen ungeschlagener Tabellenführer: Der Titel ist uns nicht mehr zu nehmen. Damit verbunden ist der direkte Aufstieg in die Landesliga. Ich bin als Spielerin mitten im Geschehen und unheimlich stolz auf die Leistung meiner Mannschaft. Ich platze fast vor Freude!

Doch der Reihe nach … . Denn die Erfolge der aktuellen Saison waren keine Selbstläufer. In der Saison 2010/2011 fand ein großer Umbruch im Team statt. Langjährige Stammspielerinnen gingen und junge Spielerinnen rückten nach. Die darauf folgenden zwei Spielzeiten endeten jeweils mit einem Ligaabstieg. Doch bereits letzte Saison starteten wir in der Bezirksliga Bodensee.

Ich glaube, ihr könnt alle mitfühlen: Es ist nicht die schönste Zeit in einem Handballerleben wenn man zwei Mal hintereinander absteigt. Aber so hart es auch war, wir haben aus jedem Spiel unsere Erfahrungen mitgenommen und uns weiterentwickelt. Zu Beginn der vergangenen Saison konnte man dann auch schon erkennen: Die Arbeit der vergangenen Jahre und der Fortschritt in der Mannschaft machten sich deutlich bemerkbar. Aus den erfahrenen Spielerinnen auf der einen und den Neulingen auf der anderen Seite ist ein starkes Team geworden. Und wir verstehen uns auch abseits des Spielfeldes super.

 

Dank an Familien, Freunde, Fans und Sponsoren

Letztes Jahr hat es uns noch nicht ganz zum Meistertitel oder dem angepeilten Wiederaufstieg in die Landesliga gereicht. Doch diesen kleinen Dämpfer haben wir verkraftet. Und dieses Jahr haben wir dann richtig Gas gegeben. Wir alle spürten während der gesamten Saison den Willen und Ehrgeiz unseres Teams. Spiel für Spiel messen wir uns mit unseren Gegnern.

 Mal liefern wir ein spektakuläres Spiel mit toller Angriffs- und Abwehrleistung ab, manchmal läuft es etwas holpriger. Aber immer mit dem nötigen Kampfgeist. Und jetzt haben wir unser Ziel erreicht. Wir sind Meister!!! Ein wahnsinnig tolles Gefühl, das wir ausgiebig feiern werden! Hier gilt auch ein großes Dankeschön an unsere Familien, Freunde, Fans und Sponsoren. Ihr alle unterstützt uns und steht immer hinter der Mannschaft. Und das in guten wie in schlechten Zeiten, wie es so schön heißt. Was wir erreicht haben ist auch euer Verdienst.

 

Vorbildfunktion

Ich freue mich besonders zu sehen, dass immer öfter auch viele kleine Fans in die Halle kommen: Unsere Jugendspielerinnen. Für mich als „ältere“ Spielerin ist es immer wieder faszinierend und ein tolles Gefühl, dass die Jugendmädels in uns ihre Vorbilder sehen. Manchmal erzählen uns die Trainerinnen davon, wie sich die Mädels verabreden, um gemeinsam zu einem Spiel unserer Mannschaft zu gehen.

So etwas erfüllt mich immer mit Stolz. Denn uns ist manchmal gar nicht bewusst, wie sehr die Jugend zu uns Aktiven aufschaut. Dieses Bewusstsein hält mir aber auch vor Augen, dass wir als Vorbilder eine große Aufgabe haben. Nämlich „Fair Play“. Also mit gutem Beispiel vorangehen. So dass wir uns zum Beispiel auf dem Spielfeld dem Schiedsrichter und unseren Gegnern gegenüber respektvoll und fair verhalten. Und das gilt nicht nur für uns beim Handball. Jede aktive Sportlerin und jeder aktive Sportler sollte sich das immer wieder ins Gedächtnis rufen. Egal ob Handball, Fußball, Volleyball, Taekwondo oder andere Sportarten. Wir Sportler sind Vorbilder für die Jugend und müssen mit gutem Beispiel für „Fair Play“ vorangehen.

 

Traditionsverein

Ein solches Verhalten zieht dann auch den sportlichen Nachwuchs an. Das Schöne ist, ein Großteil der heutigen 1. Mannschaft sind „Eigengewächse“. Sie entstammen unserer eigenen Jugendmannschaftsarbeit. Und eine gute Jugendarbeit ist die Grundlage für die Zukunft eines Vereins.

Denn wie wir selbst am eigenen Leib erfahren haben, Erfolge kommen und gehen. Wenn wir aber aus der eigenen Jugend immer wieder fest mit dem Verein verwurzelte Leistungsträger hervorbringen können, dann sichern wir die Zukunft unseres Traditionsvereins SG Argental.

 

Ehrenamt

Ich bin aber nicht nur im Verein, um Sport zu machen. Wenn ich nur das tun wollte, dann kann ich auch in ein Fitnessstudio gehen. Verein bedeutet für mich auch: Etwas von mir selbst einzubringen. Und damit bin ich nicht alleine. Nahezu alle Spielerinnen, die in unserer ersten und zweiten Mannschaft aktiv sind, haben mindestens einen zusätzlichen ehrenamtlichen Job im Verein. Ob als Abteilungsleiterin, in einem unserer Organisationsteams, als Schiedsrichterin, Berichteschreiberin oder Jugendtrainerin. Alle helfen mit, um die Abteilung Handball mit Leben zu füllen. Und das tun wir in unserer Freizeit. Jede und jeder ehrenamtlich Aktive hat meinen größten Respekt. Unsere Abteilungen funktionieren auf diese Weise. Und nur so kann unser Verein leben.

Ich bin wahnsinnig stolz auf den Meistertitel, den wir uns erkämpft haben. Denn damit verbunden ist nicht nur eine große Party. Sondern auch das Wissen, dass unsere Jugendmädels sehen, was man mit seinem Willen erreichen kann. Und vielleicht stehen sie auch irgendwann einmal an unserer Stelle.

von Maria Weber

Quelle: https://dasargental.wordpress.com/2015/03/22/meisterliche-vorbilder/comment-page-1/?fbclid=IwAR16yE5QO8MKMd3iqNTXfH2apkqtsufx4k9vXX7ekbY122PgPA6h2PcPbJM#comment-396